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Etiketten und Verpackungen · 7. September 2026 · 4 Min. Lesezeit · Packversum GmbH

Gefahrstoffetiketten nach CLP: Pflichtangaben, Mindestgrößen und Material

Kurz gesagt

Ein Gefahrstoffetikett braucht Piktogramme, Signalwort sowie H- und P-Sätze in der Sprache jedes Verkaufslands, mit millimetergenau geregelten Mindestgrößen. Dazu muss das Material Chemikalien, Reinigung und Feuchte aushalten. Ab 2028 greifen zusätzliche Vorgaben aus der überarbeiteten CLP-Verordnung: Wer jetzt Etiketten neu anlegt, sollte das mitdenken.

Gefahrstoffetiketten nach CLP: Pflichtangaben, Mindestgrößen und Material – Packversum, Leutkirch im Allgäu

Ein Reinigungsmittel im 500-ml-Gebinde, zwei Piktogramme, ein Signalwort, sieben H- und P-Sätze – und das Ganze in drei Sprachen. Spätestens hier merkt man, dass ein Gefahrstoffetikett kein gewöhnliches Etikett ist. Es muss Vorgaben erfüllen, die bis auf den Millimeter geregelt sind. Und es muss aushalten, was im Gebinde steckt.

Dieser Beitrag fasst zusammen, was heute verbindlich auf ein CLP-Etikett gehört, welche Mindestgrößen gelten und welches Material das aushält. Was sich mit der CLP-Novelle ändert, steht im eigenen Beitrag dazu.

Was auf ein CLP-Etikett gehört

Die Pflichtangaben sind in der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 festgelegt. Auf jedes Kennzeichnungsetikett eines eingestuften Gemischs gehören:

Die Angaben müssen in der Amtssprache jedes Landes stehen, in dem das Produkt verkauft wird. Genau daraus entsteht das Platzproblem, um das es weiter unten geht.

Mindestgrößen: Etikett und Piktogramm nach Gebinde

Anhang I der CLP-Verordnung schreibt Mindestmaße vor, gestaffelt nach dem Fassungsvermögen der Verpackung. Diese Werte gelten heute:

Fassungsvermögen Etikett mindestens Piktogramm mindestens
bis 3 Liter 52 × 74 mm 10 × 10 mm (empfohlen 16 × 16 mm)
über 3 bis 50 Liter 74 × 105 mm 23 × 23 mm
über 50 bis 500 Liter 105 × 148 mm 32 × 32 mm
über 500 Liter 148 × 210 mm 46 × 46 mm

Dazu kommt eine Regel, die oft übersehen wird: Jedes Piktogramm muss mindestens ein Fünfzehntel der Fläche des Kennzeichnungsetiketts einnehmen und darf nie kleiner als ein Quadratzentimeter sein. Wer das Etikett vergrößert, muss die Piktogramme also mitwachsen lassen.

Was sich mit der CLP-Novelle ändert

Die neuen Gefahrenklassen, die zusätzlichen Pflichtangaben und der Fristenplan bis 2028 stehen im eigenen Beitrag: CLP-Novelle: neue Gefahrenklassen und Fristen. Dort steht auch, wie sich der zusätzliche Pflichttext unterbringen lässt, ohne das Gebinde zu ändern.

Materialien: Was ein Gefahrstoffetikett aushalten muss

Ein Etikett auf einer Kanne Bremsenreiniger hat einen anderen Alltag vor sich als eines auf einem Marmeladenglas. Diese Fragen entscheiden über die Materialwahl:

Häufige Fragen zu Gefahrstoffetiketten

Die Fragen, die uns dazu am häufigsten erreichen:

Gelten die neuen Schriftgrößen schon?

Nein. Die neuen Vorgaben aus der CLP-Revision greifen erst zum 1. Januar 2028. Bis dahin gelten die bisherigen Regeln aus Anhang I. Eine frühere Umsetzung ist erlaubt.

Dürfen Piktogramme auch ohne roten Rahmen gedruckt werden?

Nein. Das GHS-Piktogramm ist als Raute mit rotem Rand, weißem Grund und schwarzem Symbol definiert. Ein schwarz-weißer Druck erfüllt die Kennzeichnungspflicht nicht.

Was passiert bei einer fehlerhaften Kennzeichnung?

Zuständig sind die Marktaufnahmebehörden der Länder. Möglich sind Beanstandung, Vertriebsstopp und Rückruf. Verantwortlich ist der Inverkehrbringer, nicht die Druckerei – deshalb sollte die Freigabe der Kennzeichnungsdaten immer schriftlich beim Auftraggeber liegen.

Wer erstellt die Kennzeichnungsdaten?

Die Einstufung und damit H-Sätze, P-Sätze und Piktogramme ergeben sich aus dem Sicherheitsdatenblatt. Wir setzen diese Angaben drucktechnisch um und prüfen Lesbarkeit, Größen und Materialeignung – die inhaltliche Einstufung selbst kommt aus Ihrem Haus oder von Ihrem Chemieberater.

Kennzeichnung, die im Regal und im Lager funktioniert

Ein Gefahrstoffetikett muss zwei Prüfungen bestehen: die der Behörde und die des Alltags. Das eine ist eine Frage der Vorschriften, das andere eine Frage von Material, Klebstoff und Verarbeitung. Beides zusammen zu denken, spart die teure Runde – nämlich die, in der ein fertig gedrucktes Etikett nicht verwendet werden darf.

Was wir konkret drucken, steht auf unserer Seite zu Gefahrstoffetiketten nach GHS und CLP. Wenn Sie das Thema breiter angehen, finden Sie auf der Seite Verpackungen für Chemie und Reinigung auch die passenden Gebinde und Umverpackungen dazu.

Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und dient der Orientierung. Er ersetzt keine rechtliche Beratung und keine Prüfung Ihres konkreten Produkts.

Julia Rietzler-Cakmak, PackversumEngin Cakmak, Packversum
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