Etiketten für Tiernahrung: Was Petfood-Hersteller bei Kennzeichnung und Material beachten müssen
Petfood-Etiketten müssen zwei Dinge gleichzeitig leisten: alle Pflichtangaben der Futtermittelkennzeichnung tragen und auf Beutel, Dose oder Schale dauerhaft haften, auch bei Fett, Kälte und Feuchte. Die häufigsten Reklamationen entstehen beim Material und beim Kleber, nicht beim Text.

Wer Tiernahrung herstellt oder unter eigener Marke vertreibt, steht bei der Verpackung vor zwei Aufgaben gleichzeitig: Das Etikett muss rechtssicher informieren – und es muss am Regal auffallen. Beides gelingt nur, wenn Kennzeichnung, Material und Druckverfahren von Anfang an zusammen gedacht werden. Dieser Beitrag gibt einen praxisnahen Überblick.
Welche Angaben gehören auf ein Petfood-Etikett?
Die genauen Vorgaben unterscheiden sich je nach Zielmarkt (EU, national) und Tierart, im Kern wiederholen sich aber folgende Angaben auf so gut wie jedem Tiernahrungs-Etikett:
- Bezeichnung des Futtermittels und Tierart, für die es bestimmt ist
- Zusammensetzung bzw. Zutatenliste
- Analytische Bestandteile (z. B. Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche)
- Nettogewicht zum Zeitpunkt der Verpackung
- Mindesthaltbarkeitsdatum und Losnummer/Chargenkennzeichnung zur Rückverfolgbarkeit
- Name und Anschrift des Herstellers, Verpackers oder Verkäufers in der EU
- Fütterungsempfehlung, insbesondere bei Alleinfuttermitteln
Diese Liste ersetzt keine Rechtsberatung – die konkreten Anforderungen hängen vom Produkt und Zielland ab und sollten vor dem ersten Druck mit den aktuell gültigen futtermittelrechtlichen Vorgaben abgeglichen werden. Was Packversum an dieser Stelle liefert, ist die drucktechnische Umsetzung: ausreichend Platz für Pflichtangaben einplanen, Schriftgrößen so wählen, dass Losnummer und Haltbarkeitsdatum auch nach dem Bedrucken beim Abfüller noch zuverlässig lesbar sind, und Layouts, die auch bei kleinen Gebindegrößen (z. B. Probierbeuteln) noch funktionieren.
Materialwahl: worauf es bei Tiernahrung-Etiketten ankommt
Tierfutter-Verpackungen sind im Handel, Lager und teils beim Endkunden härteren Bedingungen ausgesetzt als viele andere Konsumgüter. Bei der Materialwahl spielen deshalb mehrere Faktoren zusammen:
Feuchtigkeits- und Fettbeständigkeit. Nassfutter-Dosen und -Schalen, aber auch fetthaltiges Trockenfutter, stellen hohe Anforderungen an die Klebkraft und Beständigkeit des Etiketts – ein Etikett, das sich bei Kondenswasser im Kühlregal löst, kostet Vertrauen.
Abriebfestigkeit. Gerade bei Groß- und Sackware, die im Lager gestapelt und bewegt wird, muss das Etikett bzw. der Druck auch mechanische Beanspruchung aushalten.
Tiefkühl- und Kühlkettentauglichkeit, sofern das Produkt entsprechend gelagert wird.
Materialauswahl je nach Verpackungstyp: Für Dosen und Gläser eignen sich häufig andere Etikettenmaterialien als für flexible Beutel oder Pouches, bei denen das Etikett teils direkt in die Verpackungsfolie integriert oder mitgedruckt wird.
Multilayer-Etiketten: mehr Fläche für Pflichtangaben
Weil Tiernahrung-Etiketten so viele Pflichtangaben unterbringen müssen – oft mehrsprachig für mehrere Absatzmärkte gleichzeitig –, wird die Fläche schnell knapp. Multilayer-Etiketten (Etiketten mit mehreren, aufklappbaren Ebenen) lösen dieses Problem: Die Vorderseite bleibt für Marke und Produktversprechen frei, während analytische Bestandteile, Zutatenlisten und mehrsprachige Fütterungsempfehlungen auf den inneren Lagen Platz finden. Für Hersteller, die in mehrere europäische Märkte liefern, ist das häufig die praktikabelste Lösung, um Design und Rechtssicherheit nicht gegeneinander ausspielen zu müssen.
Kleinserie oder Großauflage: für beides ausgelegt
Ob Manufaktur-Petfood in limitierter Auflage oder etablierte Marke mit Millionenstückzahlen: Die Materialwahl und Druckvorstufe sollte so aufgesetzt sein, dass ein Produkt beim Wachsen nicht neu entwickelt werden muss. Packversum begleitet Petfood-Hersteller von der ersten Kleinserie bis zur Serienproduktion mit demselben Ansprechpartner – das spart bei jeder Skalierungsstufe erneute Abstimmungsrunden.
Häufige Fragen
Muss die Losnummer auf dem Etikett gedruckt oder kann sie nachträglich aufgebracht werden? Beides ist möglich. Für viele Hersteller ist eine spätere Kennzeichnung (z. B. per Inkjet beim Abfüller) praktischer, weil sich Chargen kurzfristig ändern. Das Etiketten-Layout sollte dafür von vornherein Platz vorsehen.
Welches Material eignet sich für Nassfutter im Kühlregal? Hier zählt vor allem Beständigkeit gegen Kondenswasser und niedrige Temperaturen. Die passende Materialkombination hängt vom Gebinde (Dose, Schale, Beutel) ab und sollte im Einzelfall geprüft werden.
Können mehrsprachige Angaben auf ein normales Etikett passen? Bei zwei bis drei Sprachen oft ja, bei mehr Sprachen oder vielen Pflichtangaben empfiehlt sich ein Multilayer-Etikett, um die Lesbarkeit zu erhalten.
Dieser Beitrag ersetzt keine futtermittelrechtliche Beratung. Für die konkrete, rechtssichere Kennzeichnung Ihres Produkts sprechen Sie uns an – wir begleiten Sie von der Layout-Idee bis zur produktionsreifen Etikettendatei.
k.
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